Die Suche nach dem Wertstoff-Champions

Der Initiative Frosch-Recycling-Check bewertet, ob Aktivitäten nur gut aussehen, oder ob sie auch wirklich helfen, Plastik im Wertstoffkreislauf zu halten.

Allianz gegen Plastikmüll Rohstoffverlust durch thermische Verwertung

Plastikhersteller wie BASF, DowDuPont und Procter & Gamble haben sich zur „Allianz gegen Plastikmüll“ zusammengeschlossen. Sie wollen dem Plastikmüllproblem mit sogenanntem „Chemcycling“ (auch Pyrolyse genannt) begegnen. Dabei wird altes Plastik thermochemisch in seine Grundbestandteile zerlegt.

Das Problem: Chemcycling ist ein extremer Energieverschwender. Selbst DowDuPont-Chef Jim Fitterling bezeichnet das Verfahren gegenüber dem Handelsblatt als „energietechnisch anspruchsvoll“.

Recycling über den Gelben Sack ist im Vergleich deutlich umweltschonender: Viele Millionen verkaufter Altplastikflaschen der Marke Frosch beweisen, dass der Gelbe Sack qualitativ hochwertiges Recyclingmaterial liefert – bei einem Bruchteil des Energieaufwands.

Weshalb also überhaupt Chemcycling!? Na, wegen des Geldes natürlich: Bei nachweislich wirkungsvollerem mechanischen Recycling ist die Kunststoffindustrie aus dem Rennen. Für die „Allianz gegen Plastikmüll“ gibt’s daher nur einen passenden Stempel: Greenwasher.

Wir fordern: Haltung zeigen! Alte Geschäftsmodelle überdenken! Umweltchancen nutzen! Und der Umwelt zuliebe mal geringere Gewinne ertragen.

Greenwasher

Aufmerksamkeit: Hoch

  • Hinter der Allianz für Plastikmüll stehen große Konzerne mit viel PR-Power. Wenn die sich ins Zeug legen, erfährt jeder von den vermeintlichen Vorzügen des Chemcyclings. Das ist gefährlich, weil es in die Irre führt!

Nutzen: Minus 100 Prozent

  • Chemcycling ist wegen des hohen Energieaufwands eine komplette Luftnummer. Es schadet der Umwelt mehr, als es nutzt.
  • Das Gerede über Chemcycling lenkt von wirkungsvollen Umwelttechnologien ab. Das kostet Zeit und Geld – und beides brauchen wir, um das Plastikmüllproblem schnell in den Griff zu kriegen.