Kleine Kunststoffkunde

Plastik ist nicht gleich Plastik. Es gibt viele verschiedene Kunststoffe, die sich in ihren Eigenschaften deutlich unterscheiden. Das ist entscheidend, gerade wenn es um effizientes Recycling geht. Hier stellen wir die Kunststoffe vor, die sich besonders gut für die Wiederverwertung eignen.

Plastik genießt in der heutigen Zeit keinen allzu guten Ruf. Dabei ist es ein hervorragender Werkstoff mit vielen positiven Eigenschaften: Es ist leicht, robust, vielseitig einsetzbar und fast unbegrenzt formbar. Zum Problem wird Plastik erst, wenn es nicht anständig recycelt wird und stattdessen als Müll in unseren Meeren, Flüssen und Landschaften landet. Oder wenn es in Müllverbrennungsanlagen verfeuert werden muss, weil es sich nicht anständig recyceln lässt. 

Letzteres liegt unter anderem daran, dass zu viele verschiedene Kunststoffe im Umlauf sind, die zu allem Überfluss oft auch noch miteinander verklebt werden. Besser wäre es, sich auf einige wenige Kunststoffsorten zu beschränken und ihre optimale Recyclingfähigkeit zu gewährleisten.

Diesen Ansatz verfolgt unser Gründungsunternehmen, der Reinigungsmittelhersteller Werner & Mertz. Der Öko-Pionier aus Mainz setzt seit Jahren auf die drei Kunststoffsorten PET, PE und PP. Aus recyceltem PET stellt das Unternehmen transparente, aus PE halbtransparente Flaschen für Reinigungsmittel her. Die Klappendeckel vieler Frosch-Reiniger bestehen wiederum komplett aus wiederverwertetem PP. Warum sich diese drei Plastiksorten besonders gut für das Recycling eignen, erklären wir euch hier.

Eigenschaften: PET ist vor allem als Material von Ein- und Mehrwegflaschen für kohlensäurehaltige Getränke bekannt. Dass viele andere Plastikverpackungen ebenfalls aus PET bestehen, wissen nur die wenigsten. PET ist ein transparenter Kunststoff, dem Öl, Fett, Alkohol und verdünnte Säuren nichts anhaben können. Es ist sehr belastbar und eignet sich hervorragend für Verpackungen, Behälter, Folien, und Textilfasern. Es lässt sich mit anderen Kunststoffen oder Aluminium beschichten, bedampfen oder zu Verbundmaterial verkleben. Wegen dieser Eigenschaften ist PET in der Lebensmittelbranche sehr beliebt. Es kommt unter anderem für Obst- und Gemüse-Schalen, Behälter für Fertiggerichte oder als Kochbeutel zum Einsatz.

 Typische PET-Produkte

  •           Getränkeflaschen
  •           Reiniger- und Spülmittelflaschen
  •           Blister-Verpackungen
  •           Verpackungsschalen für Obst und Gemüse
  •           Verpackungen für Speiseeis und Snacks

Recycling von PET: In Deutschland ist PET der Kunststoff mit der besten Recyclingbilanz. Das verdankt er vor allem dem Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen. Seit dessen Einführung 2003 werden 99 Prozent aller PET-Flaschen gesammelt und als Grundlage für neue Produkte verwendet. PET ist dafür besonders geeignet, da es sich fast verlustfrei wiederverwerten lässt. Auch nach vielen Aufbereitungsdurchgängen behält es seine Eigenschaften und lässt sich immer wieder zu hochwertigen Produkten verarbeiten. Eine neue PET-Getränkeflasche kann zu 100 Prozent aus recyceltem PET bestehen.

 Schwieriger ist das Recycling des PET-Abfalls aus dem Gelben Sack, da das Material oft verschmutzt oder schon in seiner Herstellung mit anderen Materialien verklebt ist. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten für hochwertiges Recycling. Schon seit einigen Jahren stellt Werner & Mertz die transparenten Reinigerflaschen der Marke Frosch zu 100 Prozent aus recyceltem PET her, davon stammen ganze 20 Prozent aus dem Gelben Sack.

 

Eigenschaften: Mit einem Anteil von rund 30 Prozent ist Polyethylen (PE) der meist verwendete Kunststoff der Welt. In Deutschland besteht etwa die Hälfte aller Plastikverpackungen aus PE. Es ist sehr beständig gegen Fette, Öle, Säuren und Laugen, weshalb es sich ebenso für Lebensmittelverpackungen wie für Behälter von Haushaltschemikalien eignet. Je nach Verarbeitung behält PE seine typischen Eigenschaften bei Temperaturen zwischen minus 60 und plus 85 Grad Celsius. Es ist sehr gut für Gefrierbeutel, weniger gut für Mikrowellenverpackungen und Kochbeutel geeignet. 

PE gibt es in zwei Formen: Ist seine Dichte gering, nennt man es LDPE (Low Density Polyethylen). Bei hoher Dichte spricht man von HDPE (High Density Polyethylen).

LDPE: Weil Low Density Polyethylen transparent, strapazierfähig und sehr flexibel ist, begegnet es uns oft als Folie. In Kombination mit anderen Materialien setzt es die Nahrungsmittelindustrie unter anderem für Verpackungs- und Frischhaltefolien ein. LDPE ist resistent gegen Fette, Säuren und Laugen, weshalb man es auch oft als sogenannte Siegelschicht auf Tragetaschen oder für die Innenbeschichtungen von Milchkartons nutzt.

 Typische LDPE-Produkte

  •   Frischhaltefolie
  •   Einkaufstüten
  •   Beschichtung von Milchkartons
  •   Landwirtschaftliche Folien

HDPE: High Density Polyethylen ist steifer und härter als LDPE. Es verträgt höhere Temperaturen, ist weniger gasdurchlässig und beständiger gegenüber Chemikalien. Es kommt bei stabilen Lebensmittelverpackungen wie Flaschen, Schalen, Eimern oder festen Beuteln zum Einsatz, kann aber auch für robuste Nutzgegenstände wie Kisten oder Frischhaltedosen genutzt werden.

 Typische HDPE-Produkte

  •           Kisten und Boxen
  •           Brotdosen
  •           Waschmittelflaschen
  •           Getränkeflaschen
  •           Benzinkanister
  •           Motorölflasche
  •           Flaschen für Kosmetikprodukte
  •           Industriefolie
  •           Abwasserrohre

 Recycling von PE: Sofern es nicht mit anderen Kunststoffen zu Verbundmaterial verklebt ist, lässt sich PE sehr gut recyceln. Als Recyclingkunststoff etabliert es sich zunehmend als echte Alternative zu Neuplastik. Im Gegensatz zu anderen Kunststoffen wird PE oft funktionsgleich recycelt. Das heißt, aus Folie wird wieder neue Folie, aus Kanistern werden wieder neue Kanister. Wie gut das funktioniert, stellt unser Gründungsunternehmen Werner & Mertz unter Beweis. Dem Öko-Pionier aus Mainz ist es gelungen, Flaschen für Reinigungsmittel und Duschbad zu 100 Prozent aus HDPE-Recyclat herzustellen, das aus den Plastikabfällen im Gelben Sack stammt. Auch die emsal Bodenpflegemittel und die green care Professional Reiniger Verpackungen bestehen komplett aus HDPE-Recyclat aus dem Gelben Sack.

Eigenschaften: Polypropylen (PP) ist ein widerstandsfähiger und flexibler Kunststoff. Mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent ist es in Deutschland nach PE die zweithäufigste Plastiksorte bei Verpackungen. Weil es gut gegen Fett und Feuchtigkeit schützt, kommt PP oft bei Lebensmittelverpackungen zum Einsatz. Hersteller nutzen es für Folien, Behälter, Becher und Flaschenverschlüsse. PP ist zudem sehr hitzebeständig und eignet sich gut für Mikrowellengeschirr. Wegen seiner Stabilität lassen sich auch Möbel, Haushaltsgeräte und Baumaterial daraus herstellen.

 Typische PP-Produkte

  •           Joghurt- und Margarinebecher
  •           Tüten für Chips und Süßigkeiten
  •           Teppichfasern
  •           Gartenmöbel
  •           Medizinische Verpackung und Geräte
  •           Küchengeräte
  •           Abwasserrohre

Recycling von PP: Grundsätzlich eignet sich Polypropylen gut für das Recycling. Es lässt sich entweder direkt zu neuen Produkten umschmelzen oder als Granulat aufbereiten. Allerdings findet für PP häufig kein funktionsgleiches Recycling statt. Da Produkte aus PP-Recyclat keinen Kontakt mit Lebensmittel haben dürfen, werden aus PP-Verpackungen keine neuen PP-Verpackungen, sondern Gartenmöbel, Parkbänke und Geräte. Diesen Vorgang nennt man Downcycling. Er sorgt dafür, dass der wertvolle Kunststoff dem Kreislauf entzogen wird und wieder neues PP aus Rohöl gewonnen werden muss. Dabei gibt es bereits Möglichkeiten, PP sinnvoll im Verwertungskreislauf zu führen. Beispielsweise setzt Werner & Mertz für seine Reinigerflaschen der Marke Frosch einen Kappenverschluss aus PP ein, der zu 100 Prozent aus recyceltem Material aus dem Gelben Sack besteht.