Die Suche nach den Wertstoff-Champions

Der Initiative Frosch-Recycling-Check bewertet, ob Aktivitäten nur gut aussehen, oder ob sie auch wirklich helfen, Plastik im Wertstoffkreislauf zu halten.

Adidas Plastikabfall vom Strand in die Kleidung

Der Sportartikelhersteller Adidas verarbeitet in einigen Produkten statt neuen Kunststoffen sogenanntes Parley Ocean Plastic. Das Material stammt laut Hersteller von PET-Abfällen, die an abgelegenen Inseln, Stränden und Küstenregionen gesammelt wurden. Das vermeintlich aus dem Ozean stammende Plastik (Ocean Plastic) ist also eigentlich Strandplastik.

Doch ist die Bezeichnung nicht egal, solange der Müll aus der Umwelt verschwindet? Nein. 

Natürlich ist es umweltfreundlicher, recycelte Materialien zu verwenden als unter hohem Ressourcenaufwand neues Polyester herzustellen. Trotzdem bekämpft Adidas mit seinem Strandplastik nicht die Ursachen des Problems, sondern nur die Symptome. Eine echte Lösung würde nur die Kreislaufwirtschaft bringen. Denn: Der Schuh oder das Trikot landen irgendwann im Restmüll und werden verbrannt. Zudem löst jeder Waschgang Mikroplastik aus der synthetischen Sportkleidung und das landet letztlich wieder im Meer. 

Der ökologische Fußabdruck von Kleidungsstücken hat auch noch einen weiteren Knackpunkt. Es kommt auf die Nutzungsdauer an. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten möglichst lange denselben Schuh oder dasselbe Shirt tragen und es, falls nötig, reparieren lassen. Wer ständig dem neuesten Style hinterherjagt und sich alle sechs Monate ein neues paar Schuhe kauft, kann nicht nachhaltig leben.

Von der Strandplastik-Aktion halten wir deshalb wenig und stimmen darin mit der Deutschen Umwelthilfe überein. Viel besser wäre ein umfassender Reparaturservice für Kleidung. Solange es dieses Angebot nicht gibt, bleibt Adidas für uns ein Greenwasher.

Greenwasher

Aufmerksamkeit: Hoch

  • Viele Medien berichten über Ocean Plastic in Kleidung, was die Öffentlichkeit auf eine falsche Fährte lockt.
  • Adidas hat sehr viel Reichweite in Sozialen Netzwerken.

Nutzen: Gering

  • Kunststoff in Kleidung – ob recycelt oder nicht – gibt bei jedem Waschgang Mikroplastik ab.
  • Am Ende landet das Kleidungsstück im Restmüll und damit in der Verbrennungsanlage.
  • Das Sammeln von Plastikmüll in der Umwelt bekämpft die Symptome, nicht das Problem.