Fast Facts - Schlau in 100 Sekunden

Fast Facts – der Name ist Programm: In unseren Fast Facts Filmen liefern wir dir ab sofort schnelle Fakten und zuverlässiges Wissen rund um das Abenteuer Nachhaltigkeit, ganz nah dran an deinem Alltag.

In jedem Film geht es um einen Begriff – erzählt in knackigen 100 Sekunden. Unterhaltsam, verständlich, sorgfältig recherchiert und immer in eine kleine Geschichte verpackt.

In jeder Geschichte begegnest du auch Adrian. Er ist unser Alltagsheld: Herz und Umweltbewusstsein am rechten Fleck, manchmal aber einfach auch ein bisschen überfordert und bequem. Eben: Einer von uns.

Ist ja auch nicht ganz einfach, im heißumkämpften Ökodschungel immer den richtigen Weg zu finden. Aber Adrian gibt sein Bestes, er lernt und wird durch jeden Fast Facts Film schlauer – genau wie du. 100 Sekunden für dein Feel Good Wissen, die richtig Spaß machen.

Los geht´s mit RECYCLAT. Noch nie gehört? Dann schau dich schlau. Nach 100 Sekunden weißt du Bescheid.

Der Countdown läuft!

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Woher kommt Recyclat?

Auch wenn du bisher vielleicht noch nie etwas von Recyclat gehört hast: Du kennst es. Hast es möglicherweise schon in der Hand gehabt. Ihr hattet vermutlich sogar eine Beziehung. Und ihr habt euch getrennt. Gestatten: Recyclat. Ich komme aus deinem Hausmüll.

Seit fast 30 Jahren trennen wir Deutschen unseren Plastik- vom Restmüll. Inzwischen schmeißt jeder von uns statistisch gesehen jährlich fast 39 Kilo Kunststoffverpackungen in den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder in die Sammelstellen der Wertstoffhöfe.

Die offizielle Recyclingquote liegt bei 45%. Klingt erst mal gar nicht schlecht, allerdings bezieht sich diese Quote nur auf die angelieferte Menge, die wir dort abgeben. Tatsächlich wird der größte Teil davon dann verbrannt oder ins Ausland exportiert. Gerade Mal 17 Prozent der Kunststoffverpackungen werden in Deutschland nachvollziehbar recycelt – und davon hat nur ein kleiner Teil die Qualität von neuem Plastik. Wir finden: Das ist viel zu wenig. Wir wollen, dass Recycling eine echte Erfolgsgeschichte wird!

Deshalb hat die Recyclat Initiative seit ihrer Gründung 2012 eine klare Aufgabe: Die Verwendung von deinem Hausmüllplastik voranzutreiben, ihn mehr und mehr in den hochwertigen Rohstoff Recyclat umzuwandeln und daraus wieder perfekt recycelbare Verpackungen herzustellen, die so lange wie möglich im Kreislauf bleiben.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Der Einsatz von Recyclat schont nicht nur unsere natürlichen Ressourcen, indem es wertvolle Rohstoffe zurückgewinnt, er entlastet auch das Klima. Recyclat senkt den Energiebedarf in der Produktion von Plastikprodukten um bis zu 50 Prozent.

Dank innovativer Sortiertechnologie haben wir es inzwischen geschafft, unsere PET Flaschen bereits zu 50% von deinem Hausmüllplastik aus dem Gelben Sack zu fertigen – die anderen 50% bestehen auch aus Altplastik, nämlich aus der europäischen Flaschensammlung. Das ist ein echter Knaller. Und zusammen schaffen wir noch mehr.

Warum gibt es nicht mehr Recyclat?

Viele Hersteller nutzen lieber Neuplastik* statt Altplastik aus Recyclat – und das hat vor allem, wie so oft, mit dem Preis zu tun. Neues Plastik ist billig, leicht und schnell zu haben – das Recycling, also das spätere Aussortieren, Prüfen und Upcyceln von Kunststoffen dagegen ist noch teuer und aufwändig. Denn je mehr in bessere Sortierung und Aufbereitung investiert wird und je mehr Hersteller Recyclat nachfragen, desto günstiger wird der Prozess. Kunststoff Recycling wirtschaftlich zu machen ist also eine enorme Chance.

Nun kommt aktuell ein dramatisch gefallener Ölpreis dazu. Rohöl für die Produktion von Neuplastik ist billiger als je zuvor. Für viele Unternehmen heißt das: Da muss der Umweltschutz eben noch ein bisschen warten, Geiz ist leider geil. Investitionen in Nachhaltigkeit wandern erst Mal als „Ankündigung“ in die Marketingabteilung. Denn langfristige Maßnahmen, die sich vielleicht erst in ein paar Jahren rechnen, sind schlecht für die aktuelle Bilanz und den Börsenwert. Enorme Chance hin oder her, so denken die meisten Großkonzerne leider nicht.

Und auch die Politik hinkt hinterher: Die Rohölver(sch)wendung für Plastik https://www.werner-mertz.de/Pressecenter/Pressetexte/Detail_8704.htmlwird – anders als für Benzin – bei uns nicht besteuert. D.h. der Preis für Neuplastik ist auch deshalb so unverschämt günstig, weil die Kunststoffhersteller von der Mineralölsteuer und der EEG Umlage befreit sind. Sie werden also für die Ausbeutung der fossilen Ressourcen unserer Erde auch noch belohnt.

Findet ihr ungerecht? Wir auch! Deshalb setzen wir auf Recyclat. Kein Tropfen neues Rohöl, kluges wertstoffliches mechanisches Recycling und eine bessere Zukunft für alle. Das geht. Wir beweisen das jeden Tag.

*) auch „virgin plastic“ genannt

Woran erkenne ich Recyclat?

Die Frage ist vollkommen berechtigt, allerdings auch etwas kniffelig – denn viele Begriffe im Zusammenhang mit Kunststoff Recycling sind noch nicht eindeutig geklärt.
Das fängt bei dem Wort „Recyclat“ an. Wir schreiben das mit c – in direkter Anlehnung an das Wort Recycling. Unser Recyclat steht für recyceltes Plastik aus dem Gelben Sack, sprich für gebrauchte Plastik-Verpackungen aus deinem Hausmüll. In der Fachsprache wird das auch Post-Consumer-Recyclat (PCR) genannt.

Wahrscheinlich stößt du auch auf das Wort „Rezyklat“ – das ist der allgemeine Begriff für wiederverwertetes Plastik, also zum Beispiel auch für neu verwertete Kunststoffabfälle aus der Industrie, Post-Industrial-Rezyklate genannt. Die haben mit echtem Recycling allerdings wenig zu tun, da dieses Industrie Rezyklat nie in Gebrauch oder im Umlauf war und deshalb auch nicht „wieder“verwertet wird.

Es ist also nicht immer eindeutig, aus welchem Recyclat-Material das Altplastik hergestellt wird. Und wo Recycling draufsteht, muss noch lange kein sinnvolles Recycling drin sein. Die Behauptung auf Verpackungen „100 % recycelt“ bedeutet nicht zwingend, dass der Umwelt daraus irgendein Nutzen entsteht.

Auch wenn es erst Mal etwas mühsam klingt: Es lohnt, sich eingehender mit den Praktiken der Hersteller zu befassen. Nur so erfahren wir, wer sinnvolles Recycling mit dem Abfall aus dem Gelben Sack betreibt und wer lediglich seinen ganz normalen Produktionsprozess als Umweltschutz ausgibt und eine kreative Marketingabteilung beschäftigt.

Auf die Marke Frosch zum Beispiel kannst du dich auch in Sachen Recycling zu 100 Prozent verlassen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehören zur Unternehmens DNA.

Ist Altplastik genauso sauber wie Neuplastik?

Es gibt Leute, für die klingt Altplastik vielleicht erst Mal wie direkt aus dem Müll geholt.
Zum Glück sind das nur noch wenige, Aufklärung hilft.

Altplastik ist vielmehr einfach das Gegenstück zu Neuplastik: Ein absolut gleichwertiger, wandlungsfähiger und vielseitig einsetzbarer Werkstoff. Der Unterschied: für die Herstellung von Altplastik wird kein neues Rohöl gebraucht. Es besteht aus recyceltem Plastik aus haushaltsnahen Wertstoffsammlungen wie dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne.

Natürlich wird dieses Ausgangsmaterial mehrfach gewaschen und sorgfältig gereinigt, bevor es zu im mechanischen Recyclingprozess zu hochwertigem Recyclat und dann wieder zu neuen Verpackungen wird. Das Recyclat für unsere rPET Flaschen der Marke Frosch zum Beispiel ist so rein und belastungsfrei, dass es nach den strengen Kriterien der US-amerikanischen food & drug administration (FDA) sogar mit Lebensmitteln in Kontakt kommen darf.

D.h. in unseren Frosch Flaschen, so, wie sie im Regal stehen, dürften wir in den USA Mineralwasser verkaufen. In Europa leider nicht. Denn hier überprüft die zuständige Behörde EFSA (European Food Safety Authority) – anders als die amerikanischen Kollegen – nicht die Qualität des Materials, sondern verbietet pauschal die Verwendung von mehr als fünf Prozent Altplastik aus dem Gelben Sack für Lebensmittelverpackungen. Diese Regelung ist allerdings vollkommen veraltet und orientiert sich an technischen Machbarkeiten der 1990er Jahren.

Wir setzen dagegen auf Fortschritt und stetige Verbesserung von Technologie und Qualität. Einen großen Etappensieg haben wir dabei schon hingelegt: 2019 haben wir weltweit die erste offiziell kosmetikkonforme Flasche aus 100% HDPE Altplastik aus dem Gelben Sack
hergestellt – für unsere Pflegeduschen-Serie von Frosch. Qualitativ gibt es dabei zu Neuware Plastik keinen Unterschied – umwelttechnisch aber natürlich einen gewaltigen! Und darauf sind wir stolz.

Warum ist Recyclat so wichtig?

Die kurze Antwort: Rohöl ist eine endliche Ressource. Wir können also nicht endlos weiter damit Plastik herstellen.

Außerdem gibt es bereits mehr als genug Plastik auf der Erde. Laut dem Plastikatlas 2019 der Heinrich Böll Stiftung wurde zwischen den Jahren 1950 und 2015 eine Menge von 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert. Das entspricht mehr als einer Tonne pro Mensch, der heute auf der Erde lebt. Tendenz: steigend.

Plastik, einmal in die Welt gebracht, verschwindet nicht mehr von allein. Zum Verrotten braucht es geschätzte 450 Jahre, beim Verbrennen setzt es Unmengen an Schadstoffen frei – und was Plastik beim Klima, in den Meeren und der restlichen Umwelt anrichtet, wissen wir inzwischen auch.

Deshalb ist Recyclat – also der Einsatz von Altplastik – so wichtig. Recycelter Kunststoff senkt den Ressourcenverbrauch bei gleichhoher Funktionalität. Denn ohne Plastik kommen wir auch nicht mehr aus.

Das müssen wir auch nicht, wenn wir es schaffen, Plastik im Kreislauf zu halten. Dafür setzen wir uns mit der Recyclat Initiative ein. Seit 2012 stecken wir all unser Know-How in die Wiederaufbereitung von Plastik für neue Verpackungen.
Und zeigen, dass es geht. Dabei nehmen wir uns vor allem die Kunststoffabfälle vor, die eine echte Herausforderung darstellen: Die aus deinem Hausmüll. Seit März 2021 stammen 50% unserer Recyclate bereits aus dem Gelben Sack, das ist ein neuer Rekord.

Das großartige daran ist, dass jeder mitmachen kann: Indem du beim Einkaufen auf möglichst recyclingfähige Kunststoffe achtest, indem du Verpackungen aus Recyclat kaufst, indem du deinen Müll trennst und richtig sortierst – und indem du dich über Kunststoff-Recycling schlau machst. Bei all dem möchten wir dich hier unterstützen. Lies hier nach, wenn du die Fachbegriffe erläutert haben möchtest!